Bobath Kind

Bei der Behandlung von motorischen, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen kann die Bobath-Therapie die größten Erfolge vorweisen.

Historie und Heute

Das erfolgreiche Konzept der Bobath-Methode wurde von dem Ehepaar Bobath (Dr.h.c. Berta Bobath, Physiotherapeutin 1907 Berlin – 1991 London und Dr. Karel Bobath, Neurologe/Psychiater 1906 Berlin – 1991 London) erarbeitet, welche viele Jahre ihres Lebens der Beobachtung und Behandlung von Kindern mit atypischer Entwicklung und/oder mit cerebraler Schädigung gewidmet haben. Auf diesen umfangreichen Erfahrungen und Erkenntnissen basiert die Therapie, die ständige Weiterentwicklung des Bobath-Konzepts verdanken wir insbesondere der fortschrittlichen Hirnforschung und den engagierten Fachtherapeuten.

Was bedeutet es für Kind und Eltern, wenn auf der ärztlichen Verordnung Krankengymnastik nach Bobath oder ZNS steht

Ihr Kind benötigt diese Behandlungsform, weil es möglicherweise eine Entwicklungsverzögerung aufweist oder eine Störung des zentralen Nervensystems vorliegt (bspw. eine Cerebralparese).

Je nach Diagnose und Verordnung sollten Sie nun mit Ihrem Kind 1 bis 4 Mal in der Woche zur Bobath -Therapie kommen.

Bobath-Therapie ist ein interdisziplinäres Therapie-Konzept zur ganzheitlichen Entwicklung auf folgenden Ebenen:

Emotional – sozial

  • Wohlbefinden
  • Selbstbewußtsein

Körper

  • bewegen
  • handeln

Kognition

  • sich mitteilen
  • lernen

Sensorik

  • neugierig tasten, hören, sehen
  • fühlen, schmecken, riechen

Ziel: Selbstständigkeit

  • im Alltag
  • beim Spielen
  • in der Schule

 

In der Fülle der verschiedenen Therapieangebote ist die Bobath-Therapie die bewährteste Behandlungsform, da sie bei motorischen, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen die größten Erfolge vorweisen kann. Ausschlaggebend dafür ist, dass die ganze Persönlichkeit des Kindes und sein gesamtes Lebensumfeld in die Therapie miteinbezogen wird. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Eltern so oft wie möglich an den Therapieeinheiten teilnehmen, denn so können gemeinsam erarbeitete und neu erlernte Handlungen und Bewegungsabläufe von den Eltern gleich in den Alltag übernommen werden. Wenn Ihr Kind auch noch andere Therapien bekommt (Logopädie, Ergotherapie) oder eine Einrichtung besucht (Kindergarten, Schule, Werkstatt), ist eine enge Zusammenarbeit mit diesen betreuenden Personen sehr förderlich, denn nur wenn das Kind in allen seinen Lebensbereichen auf die gleiche Weise gefördert wird, kann es die größtmögliche Selbstständigkeit für sein Leben erreichen.

Die Erlangung von Selbstständigkeit, Selbstsicherheit und damit auch Selbstbewußtsein des Kindes ist das Hauptziel in der Bobath-Therapie. Beim Säugling ist es bspw. das Drehen und Krabbeln bis hin zum Laufenlernen. Bei einem Kind mit einer Behinderung ist es z.B. eigenständiges Fortbewegen, selbstständiges Essen und gute soziale Integration.

Das Bobath-Konzept sieht keine standardisierte Übungen vor. Vielmehr arbeiten die Therapeuten intuitiv und orientieren sich an dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes. Dabei stehen immer die Interessen und die Vorlieben des Kindes im Vordergrund, denn es ist wichtig, dass das Kind sehr motiviert ist und viel Spaß an der Therapie hat. Nur so wird sich das neu Erlernte beim Kind festigen und kann entsprechend in das alltägliche Leben übernommen werden.

In der Therapie werden die Möglichkeiten für das Kind geschaffen, sich auf allen Ebenen auszuprobieren und weiterzubilden:

kognitiv - werden immer altersgerechte Spielsachen angeboten

körperlich - wird das Kind nicht geschont und auch an seine körperlichen Grenzen gebracht

emotional - haben das Kind und die Eltern die Möglichkeit, in der Therapie über alles zu sprechen, was sie bewegt

sensorisch - werden die Therapeuten die Natur und Materialien aus den Lebensräumen des Kindes miteinbeziehen.

Durch das komplexe und intensive Arbeiten auf allen Ebenen und in allen Bereichen können wirkliche Entwicklungsfortschritte erreicht werden.